KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2022-06-24 Freitag - Die Geschichte der Toten Hosen, leicht gekürzt

Schlechte, schwitzige Nacht. Träume von verwinkelten Wohnungen und verhinderten Superhelden.

Voller Sorgen aufgestanden. Nach dem Duschen gleich schon wieder nass geschwitzt.

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Auf der Arbeit die beiden Kurzvorträge hinter mich gebracht. Die Kollegin, mit der ich das immer gemeinsam mache, und ich arbeiten gut zusammen. Wie jedes Mal fallen uns auch jetzt viele Kleinigkeiten auf, die wir beim nächsten Vortrag besser machen können.

In Düsseldorf hat es ordentlich gewittert und geregnet. Ich meine, eine gewisse Abkühlung zu spüren.

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In der Mittagspause saßen wir großrundig in der Bibliothek. Ich aß Fisch und zum Nachtisch gab es Kuchen von einer Kollegin. Es ist weiterhin sehr warm und drückend. Die Zeit beginnt, sich zu ziehen wie in der Hitze geschmolzener Käse. Sehnsucht flackert auf, Unruhe wächst doch beides wird von der Erschöpfung nieder gedrückt. Selten habe ich ein Wochenende so sehr herbeigesehnt wie dieses.

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Ich sitze im „Schiffchen" im Düsseldorfer Hauptbahnhof und warte auf meinen besten Freund Flöte. Wir wollen gemeinsam in den Film „Gerichte der Menschheit - leicht gekürzt", da wir große Verehrer der Serie „Sketch History" sind.

Flöte hängt noch im RE vor Düsseldorf. Vor den Fenstern der Kneipe defilieren Fans der "Toten Hosen", denn die geben heute und morgen hier in der Stadt ein Konzert. Die Wunderschöne ist auch dort.

Die Sorgen um den mir so nahen Menschen schiebe ich fort. Wann kommt endlich die erlösende Nachricht, dass die Operation gut verlaufen ist?

Vor dem Fenster begnetet sich ein junges Paar. Sie umarmen und küssen sich. Sie sehen so glücklich aus!

Die Nervosität steigt.

Schlimme Szenarien steigen im Kopf auf.

Der Geist geht auf die Flucht.

Gruppen von jungen Männern mit Koffern und T-Shirts, auf denen etwas von "Aufsteiger" und "Surfen" steht.

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Der Film war sehr lustig. Es wurde viel ,,Fan Service'' betrieben und wir freuten uns sehr, eine Menge alter Bekannter wieder zu sehen.

Danach tranken wir noch fröhlich Bier. Ein erlösender Anruf kam: Die OP war gut verlaufen.

Nachdem wir uns voneinander verabschiedet hatten, stieg ich in den Zug nach Duisburg ein. Da machte es unter meinem rechten Fuß ganz laut ,,Knacks!''

Erst dachte ich, ich hätte etwas zertreten, doch unter meiner Sohle war nichts. Dann setzten die Schmerzen ein.

Die Rückfahrt war eine reine Qual. Vor Schmerzen verschwamm mir teilweise alle vor den Augen. In Duisburg nahm ich mir ein Taxi und fiel daheim weinend ins Bett.

2022-06-23 Donnerstag - Schlechte Nachrichten

Nachtschlaf war tief. Mir träumte, die beste Ex-Frau von Allen und ich hätten noch ein zweites Kind bekommen: Unseren kleinen Arthur. Da mein Freund D. aus Kindertagen bei mir zu Gast war, blieben die Kinder (der Thronfolger und eben Arthur) bei ihrer Mutter.

In meiner Küche hingen noch fremde Fahrräder, die wollte ich noch entfernen, um mein eigenes dort aufzuhängen.

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Nach dem Aufstehen Kreislaufprobleme. Der Tag beginnt wie in Gelee. Ein Schnürsenkel reißt und die Ersatzschuhe kann ich nicht mehr anziehen, da sie so dermaßen durchgelatscht sind.

Die nächsten zwei Straßenbahnen fallen aus und der RRX bleibt einfach eine Viertelstunde irgendwo vor Düsseldorf stehen. Ich kriege schlecht Luft.

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Mein Gehirn schmilzt. Es schwappt als brackig-warme Flüssigkeit in meinem Schädel herum.

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Die zweite Besprechung ist glücklicherweise schnell wieder zu Ende. Ich bin lustlos und träge. Wie ein Leguan liege ich da. Küken tanzen vor meinem Maul, doch ich mag sie nicht fressen.

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Im RE kurz vor dem Flughafen fragt der Zugbegleiter mehrmals per Durchsage, ob jemand von der Polizei oder der DB-Sicherheit an Bord ist. Seine Stimme klingt brüchig und zittrig. Am Flughafen bleibt der Zug erst einmal stehen. Eine Frau in der Nähe von mir redet laut mit sich selber Sie beschwert sich über den Nahverkehr.

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Dann müssen wir alle raus. Der Zugbegleiter telefoniert, seine Hände zittern.

Irgendwann können wir wieder einsteigen. Ich frage eine ältere Dame, ob sie mitbekommen habe, was los gewesen sei. Sie nickt, will aber nichts sagen.

Es war wohl etwas wirklich Schlimmes.

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Beim Hausarzt bekam ich einen Stapel Überweisungen zu Fachärzten zu weiteren Untersuchungen. Daheim erst einmal eine Stunde geschlafen.

Leider kam dann eine Hiobsbotschaft: Jemand aus dem engsten Familienumfeld hatte einen Unfall und wird morgen operiert.

2022-06-22 Mittwoch - NOVA

Relativ gute Nacht. Mir träumte, ich solle den Keller aufräumen und ich war neugierig auf den dort gelagerten weiblichen Androiden -- vielleicht könnte man damit ja nützliche oder lustige Dinge anstellen!

Ich war dann aber doch überrascht, dass der Android nicht etwa wie Mathilde Dosenfänger aus „Dr. Snuggles" aussah, sondern fast wie ein echter Mensch: Eine groß gewachsene, attraktive Frau im Sommerkleid schaute mich an. Nach einem Neustart wollte ich dem Androiden einen Namen geben, aber sie meinte bestimmt, sie könne das selber tun, wenn die Zeit dafür reif wäre. Außerdem wolle sie nicht arbeiten sondern lieber ins Kino gehen und zum Tanz.

Wir lernten uns besser kennen und ich war sogar ein wenig in sie verliebt.

Ich rührte ihr Herz und sie begann sich an ihre Vergangenheit zu erinnern. Ihr Name lautete früher NOVA und sie führte einst im zweiten Weltkrieg eine Gruppe tapferer Soldaten in den Kampf gegen die Nazis.

Die Mannschaft des deutschen U-Boots U-4711 hatte die Seiten gewechselt. Viele meiner Kameraden waren in Wirklichkeit versteckte Juden und die Sonderkommandos der SS waren uns stets auf den Fersen.

Einmal trank unser Kaleu mit einem Offizier eines anderen Schiffes Bier, um von uns abzulenken. Dann kamen sie: Schwarze Uniformen, harte Sprache und der Gestank nach alten Urin.

Wir flohen sternförmig in alle Richtungen, doch nach und nach kriegten sie uns alle - bis auf mich. Ich kletterte durch ein Haus, in dem ein Einbrecher ein altes Ehepaar ermordet hatte. Der Ehemann hatte noch versucht, sich noch mit einem Buttermener zu verteidigen, doch gegen den Revolver seines Mörders war er ohne Chance. Ich fand die Tatwaffe im Badezimmer und auch das Loch in der Deckenverkleidung, durch welches der Einbrecher in die Wohnung gekommen war. Diese nutzte ich zur Flucht.

Im Tunnel unter der Erde zeigte mir ein Kind den geheimen Weg zum kleinen, norwegischen Hafen. Sollte ich hier endlich vor den Nazis sicher sein? So wundervoll friedlich lag der Hafen da, bunte Lampions leuchteten in der Nacht.

Doch die SS fand mich und hier. Schnell schoß ich meinen Revolver leer, doch in jenem Moment, als mich die Schergen des Bösen gefangennehmen wollten, tauchten englische Soldaten auf und retteten mich. Der eindeutig adelige Offizier der Briten mochte mich nicht leiden, sicher wegen meiner deutschen Herkunft. Doch er konnte seine Abneigung gegen mich nicht wirklich gut ausleben, denn plötzlich ertönten Schüsse: Zombie-Nazis griffen an!!! Sie töteten erbarmungslos alle britischen Soldaten.

In höchster Not kam dann NOVA zu meiner Rettung herbei. Sie und ihr Team von coolen Kämpfern machten mit den Zombies kurzen Prozess und bald saß ich schon einem netten norwegischen Restaurant und aß köstlichen Fisch.

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Mittagspause in „Hub 3", dem kleinen Begegnungs-Café der Caritas in Düsseldorf.

Bis auf mich sind hier alle Stammkunden.

Kaffee und belegte Brötchen, Eis und Eintöpfe. Eine angenehme Atmosphäre.

Es wird wieder sehr sehr warm in Düsseldorf. Am Nachmittag lasse ich den Sonnenschutz vor meinem Bürofenster herunter. Die Frau von der Reinigungsfirma ramentert durch die sonst ausgestorbene Bibliothek.

Wieder spüre ich dieses bekannte Ziehen, wenn ich auf der Arbeit alleine bin.

Draußen scheint die Sonne, alles ist gut.

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Kurz vor Feierabend reißt dann der Gürtel. So ein billiger Scheiß! Meine Versuche, ihn zu flicken, scheitern alle kläglich.Also nehme ich eine Kordel doppelt und benutze sie als Not-Gürtel. Daheim ist noch ein (billiger) Gürtel vorrätig und ich kann auch noch auf Hosenträger zurückgreifen.

Ein Gürtel aus Büffelleder ist bereits bestellt.

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Die Kordel hält nicht sonderlich gut. Ich muss mir die Hose festhalten wie ein gekidnappter afghanischer LKW-Fahrer. Würdelos eumel ich durch die Straßen, Kinder verspotten mich und bewerfen mich mit Pferdeäpfeln. Doch eines Tages werde ich zurückkehren, gegürtet mit dem goldenen Riemen der Gerechtigkeit!

Sanft nehmen mich die sanften Hände von Sawadi auf.

Alles ist hier sanft: Die Stimmen, die Blicke, selbst die Nummer 28 (scharf, "original") sind freundlich zu mir.

Das erste große Bier wirkt wie ein Jungbrunnen - allerdings nicht für mich sondern für die ältliche Geschäftsfrau am Tisch gegenüber.

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Einer der Gründe, warum ich ungern Fernreisen unternehme, ist der missliche Zustand, dass ich in einigen Ländern der Südhalbkugel als Gottheit verehrt werde.

Das ist mir -- ehrlich gesagt -- zu anstrengend.

2022-06-21 Dienstag - Spuk in der Zahnruine

Nacht voller Schrecken. Die Alpträume werden immer schlimmer: Waren die Träume erst harmlos und handelten davon, dass ich gemeinsam mit meinem (Ex-)Schwiegervater ein Zimmer in einem Studentenwohnheim bewohnte und von einer Silvesterfeier auf einem öffentlichen Platz, so geriet ich verschachtelte Träume, in denen meine Wahrnehmung so sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, dass ich Angst bekam, eine Psychose oder ähnliches zu bekommen (das war, wohlgemerkt, innerhalb eines Traumes).

Morgens wollte ich aufstehen, aber mir wurde derart schwindelig, dass ich mich wieder hinlegen musste.

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Ich muss mich zwingen, nicht in den Erlediger-Modus zu verfallen, denn dann würde ich mich garantiert überanstrengend.

Getting old is not for pussies!

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Zu Mittag die zweite gefüllte Paprika und zu Nachtisch ein Stück Schokolade. Plötzlich beiße ich auf etwas Festes: Ein Stück Zahn ist abgebrochen.

Mir bleibt auch nichts erspart!

Also versuche ich jetzt, einen Zahnarzttermin zu bekommen.

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Nun sitze ich hier beim Zahnarzt und langsam steigt die Angst in mir hoch. Die Angst davor, hilflos mit offenen Mund dazulegen, während eine Lohe des Schmerzes meinen Kiefer durchfährt.

Erinnerungen kommen hoch. Erinnerungen an Sprüche wie ,,Ein Indianer kennt keinen Schmerz!'' (schön für ihn! Ich bin aber offensichtlich keiner!) oder „Beiß die Zähne zusammen!" (beim Zahnarzt? Ist das Euer Ernst?).

Eine Spritze gegen die Schmerzen bekam ich als Kind nie. Warum eigentlich nicht?

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Im Wartezimmer hängt ein Cartoon von Ralf Ruthe und ein Druck von diesem berühmten japanischen Tsunami-Gemälde. Passt zur Stimmung!

Die Zeit will nicht vergehen.

Gerne würde ich jetzt so 2 Stunden vorspulen.

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Glück im Unglück: Der zerbrochene Zahn (Lustspiel von Kleist) war nur eine tote Ruine aus den Wurzelbehandlungsskriegen. Hier leben keine Nerven mehr, nur Gespenster heulen in der Nacht.

Deswegen konnte die sehr freundliche Ärztin alles vorläufig zuspachteln und ich habe schon einen Termin für meine Thronbesteigung. Sie meinte nämlich, ich bekäme eine Krone!

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Der Thronfolger und ich schauten am Abend ,,The Big Short'' und ich kann diesen Film uneingeschränkt empfehlen: Die Finanzkrise einfach und sogar unterhaltsam erklärt.

Er macht allerdings trotz aller Späße keine gute Laune.

2022-06-20 Montag - Krankes Weichziel

Grauenvoller, unruhige Nacht: Ein fürchterlicher Alptraum ließ mich schreiend erwachen. Danach irrte ich ängstlich durch die Wohnung, sah überall böse Schatten in den Ecken sitzen. Auch wenn ich meist sehr intensiv träume, sind echte Alpträume bei mir selten. Wenn sie aber kommen, dann sind sie besonders grauenvoll.

Danach schlief ich in kurzen Abschnitten weiter. Mir träumte, wir in der Bibliothek würden immer mehr Aufgaben bekommen. Nun mussten wir auch noch das Catering für besondere Anlässe übernehmen. Zu allem Überfluss hatte nun die Landesvertretung Brüssel bei uns für eine ganze Woche Snacks und Leckereien geordert und mir mussten die jeden Tag fertig machen. Der Fahrdienst fuhr die dann täglich nach Brüssel. Auf seltsame Weise war ich verantwortlich dafür, dass alles glatt lief, aber ich wusste einfach, wie wir das mit der momentan dünnen Personaldecke überhaupt bewältigen sollten!

Dann geschah etwas Schlimmes: Die Kantine hatte über den Brückentag geschlossen und meine Kollegin S. und ich sollten das ganze Haus bekochen! Wir kannten uns in der Kantinenküche nicht aus und hatten auch überhaupt keine Ahnung, was und wieviel wir Einkaufen mussten. Auch hatten wir kein Auto zur Verfügung! Zeit und Hände fehlten auch!

Wir entschieden uns für Brathähnchen mit Kartoffeln und irgendwie fanden die Lebensmittel ihren Weg zu uns. In nur zwei Stunden mussten wir alles vorbereitet haben! Einen alten Schulfreund, der herummeckerte, verpflichtete ich kurzerhand zum Kartoffeln schälen. Ich rannte durch das Lager und suchte große Töpfe. Eine entfernte Bekannte schob die Hähnchen in den riesigen Ofen und da sie eine geheime Marinade kannte, wurden die Gummiadler auch richtig schön knusprig.

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Immer wieder schlief ich ein und immer wieder ging der Traum mit der Kantine weiter. Irgendwann wollte ich nicht mehr schlafen, weil mir der Traum mit den Kartoffeln und den hoffnungslosen Einkäufen immer unheimlicher wurde, aber es ging nicht anders: Zu erschöpft war ich und zu müde und beim Kochen von Kartoffeln im Traum war ich sicher vor den Schatten in den Ecken meiner Wohnung.

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Morgens bin ich körperlich zerschlagen und nervlich am Ende. Ich melde mich krank und versuche, noch etwas Schlaf nachzuholen. Die Träume wandeln sich: Nun besuchen die beste Ex-Frau von Allen und ich ein Ladenlokal, dass wir für unseren ehemaligen Literaturverein ,,Bitterschlag e.V.'' einmal angemietet hatten (den Verein gab es wirklich, das Ladenlokal nur in der Traumwelt). Beim letzten Besuch mussten wir vergessen haben, die Tür abzuschließen, denn nun saß dort ein Hippie und machte Kunstprojekte für zufällig hereinspazierende Passanten. Das gefiel uns sehr gut, zumal er sich auch sehr gut um die Räumlichkeiten gekümmert hatten. Ich hatte sogar die Idee, ihm das Lokal zu übertragen, denn damit wären wir auch dieses Anhängsel aus alter Zeit los. Im Nebenraum begann ich, dort von mir gelagerte Wäsche zu sortieren -- die T-Shirts, Hemden und langen Unterhosen, welche mir zu klein waren, wollte ich in einen Altkleidercontainer werfen. Die Situation war schön und unwirklich zugleich.

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Viel geruht und mich langsam, langsam wieder gefangen.

Auf dem iPad installiere ich die App iA Writer,welche mir schon auf dem Android-Smartphone und meinem PC gute Dienste geleistet hat. Es ist sehr teuer, aber ein besseres Programm, um fokussiert Texte zu schreiben, habe ich bisher noch nie gesehen.

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Am frühen Abend noch ein wenig Kabarett und Comedy auf Youtube geguckt. Empfehlung: ,,Das Weichziel ist der Mensch'' von Alexander Kluge und Georg Schramm.

2022-06-19 Sonntag - Reichserntedankfest

Vormittag. Wir besuchen den Dokumentations- und Erinnerungsort zu den ,,Reichserntedankfesten'' (klingt lustig, war es aber nicht). Ich empfehle dieses Video mit dem Initiator Bernhard Gelderblom.

Beeindruckend und erschreckend, wie (technisch) gut die Inszenierung war, wie dieses (fast) größte Massenereignis des Dritten Reiches organisiert wurde.

Aber auch, wie zynisch es doch eigentlich ist, ein ,,idyllisches'' Kulissendorf aufzubauen, nur um es von der Wehrmacht vor aller Augen in Stücke bomben zu lassen!

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Die Rückfahrt: Notarzteinsatz in Minden, Ankunft des RE 6 auf unbestimmte Zeit verzögert. Der „City-Döner" in Löhne macht das Geschäft seines Lebens.

Erst einmal mit der RB nach Bielefeld! Dort dann ein Anschlusszug. Auch der nächste RE wird dann wohl nicht in Minden losfahren. Man hört von einem Oberleitungsschaden. Die RB ist proppenvoll. Die Menschen rücken zusammen, so gut es geht.

Besonders die vielen kleinen Kinder leiden unter der Enge, der Hitze, der langen Fahrt.

Irgendwann dann Hamm! Raus! Frische Luft! Eigentlich hatte ich eine Verschnaufpause eingelegt, ergreife jedoch die Gelegenheit beim Schopfe, als am Gleis gegenüber der RE 1 wartet.

Der RRX ist nicht ganz so voll. Viele Reisende rennen bis zur Spitze des Zuges, damit sich die Massen besser verteilen.

Ich bekomme einen Sitzplatz, noch schafft die Klimaanlage es, eine angenehme Temperatur zu erzeugen.

In Hamm hat ein ICE sein Zugteilung wohl nicht vertragen. Die Fahrgäste verstopfen den Nahverkehr nun zusätzlich.

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Ich knie vor dem Stationsschild von Duisburg nieder und danke dem Gott des Zugverkehrs, dass er mich von meinen Qualen erlöst hat!

Daheim liege ich nur noch herum und schaue völlig platt das Programm ,,Humorphob'' von Ingmar Stadelmann.

Früh zu Bett.

2022-06-18 Samstag - DPM

Verkatert kriechen wir aus unseren Nachtnestern. Frühstück im Kreise der gastfreundlichen Familie.

Dann brechen wir nach Munster auf. Die Panzerringstraße führt uns durch das Sperrgebiet. Nach ungefähr zwei Stunden sind wir am Panzermuseum angekommen.

Ich bin geflasht davon, die Fahrzeuge aus den Youtube-Videos des Museums mal in echt zu sehen. Einige Panzer (Panzer I)[https://de.wikipedia.org/wiki/Panzerkampfwagen_I]) sind lächerlich klein, andere (Sherman) sind überraschend groß. Die Enge in diesen Maschinen ist immer erdrückend.

Das Klima in den Hallen ist sehr angenehm. Man sieht viele Soldatinnen und Soldaten. Es sind kaum seltsam riechende, ältere Herren zu sehen (außer mir).

Nach einem kleinen Imbiss in einem kleinen Imbiss vor dem Museum fahren wir wieder nach Hameln zurück.

Abends wird gegrillt. Bier und Ouzo kommen auch vorbei.

2022-06-17 Freitag - Hamelfahrt

Ich bin wieder so gottverdammte Schlafmurmel, der die besten Ideen in den weichen Federn meines Himmelbett kommen!

Die Wohnung heizt sich auf, mir ist schrecklich warm. Das Homeoffice ist lustlos und ich bin es auch. Allerdings darf ich mich mal wieder zwischen die Codezeilen begeben und finde, dass php ganz ordentlich mit globalen Variablen umgeht (immerhin!).

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Am Bahnhof rasseln die schlimmen Meldungen rein: Weichenstörung, Signalstörung!

Spontan beschließe ich, statt des Nahverkehrs einen ICE zu nehmen. Der entpuppt sich als angenehm leer.

Hameln, ich komme!

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Die Wenigsten wissen, dass ich in direkte Linie von einem alten, heidnischen Gott abstamme. Der Beweis ist ein wunderschönen Buttermesser, welches ein mythischer Schmied für die Nachkommen des Gottes anfertigte.

Als kleines Kind fand ich das Messer beim Kartoffelsammeln im heimischen Garten. Es war schon ziemlich verrostet, aber schimmert überirdisch blau.

Ich durfte es nicht behalten.

Sicher meinten meine Eltern, ich sei für die gewaltige göttliche Macht des Buttermessen noch zu klein.

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Wir tingelten ein paar Kneipen ab und drückten alte Freunde. Später saßen wir noch bei Bier und Ouzo zusammen.

Als Bier und Quzo ins Bett gingen, ließen wir uns einfach zu

Boden fallen und blieben dort liegen.